Eurostapel - Liquidität

Mehr Liquidität durch aktives Working Capital Management

Veröffentlicht am Montag, 3. November 2014

Die Optimierung des Working Capital ist eine attraktive Möglichkeit, zusätzliche Liquidität zu schaffen, um Investitionen zu tätigen oder Wachstum zu finanzieren. In zahlreichen Studien wird ein Potenzial zur Freisetzung von 10 % bis zu 30 % des gebundenen Kapitals geschätzt. Allerdings werden diese Potenziale häufig nicht oder nur zum Teil ausgeschöpft.

Wichtige Kennzahl: Kapitalbindungsdauer

Entscheidend ist die Kapitalbindung, die sich aus den betrieblichen Prozessen ergibt (Working Capital = Forderungen LuL + Vorräte + geleistete Anzahlungen – Verbindlichkeiten LuL – erhaltene Anzahlungen). Häufig wird dieser Betrag im Verhältnis zum Umsatz des Unternehmens betrachtet, woraus sich die Kapitalbindungsdauer ableitet. Diese beschreibt die durchschnittliche Zeitspanne, die zwischen der Bezahlung der Lieferantenrechnung bis zum Eingang der Kundenzahlung liegt. Die Kapitalbindungsdauer hängt stark von der Branche ab und beträgt im deutschen Mittelstand durchschnittlich 50 bis 60 Tage.

Chance: Aktives Working Capital Management

Die Auswirkungen des Working Capital Managements werden oft unterschätzt. Dabei sind die Potenziale offensichtlich. Gelingt es in einem Unternehmen mit 10 Mio. EUR Umsatz zum Beispiel, die Kapitalbindungsdauer um nur einen Tag zu reduzieren, hat dies einen Liquiditätseffekt von knapp 30 TEUR. Oft bestehen signifikante Verbesserungsmöglichkeiten im Forderungsmanagement. Diese können intern oder im Rahmen eines Factorings umgesetzt werden. Große Chancen ergeben sich häufig auch bei der Optimierung der Bestände, allerdings ist die Umsetzung der Verbesserungen oft deutlich komplexer. Hier ist oft der wichtigste Ansatzpunkt die Verzahnung von Vertrieb mit Einkauf und Produktion. Nicht zuletzt besteht auch durch optimiertes Verbindlichkeitenmanagement die Möglichkeit, die Kapitalbindungsdauer zu reduzieren.

Empfehlung: Optimierung als Projekt

Will man mehr Liquidität durch Working Capital Management generieren, so empfiehlt sich die Durchführung eines Projektes, bei dem alle relevanten Unternehmensfunktionen eingebunden werden. Im ersten Schritt werden die Daten analysiert und die Schwachstellen sowie erste Lösungsansätze identifiziert. In der zweiten Phase wird ein Gesamtkonzept erarbeitet und die konkreten Maßnahmen definiert. Diese werden nachfolgend umgesetzt, wobei meist die Mitarbeiterschulung und die systemseitige Automatisierung eine wichtige Rolle spielen.

Mit einer solchen Herangehensweise lassen sich häufig schon nach kurzer Zeit Erfolge erzielen, und der Grundstein für ein nachhaltig wirksames Working Capital Management kann damit gelegt werden.

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